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News / 24. November 2009

Eine Stimme konferiert – 10 000 Stimmen demonstrierten

Die fabelhafte Welt des Widerstands

Heute demonstrierten in Leipzig über 10.000 Menschen gegen die Versammlung der Hochschulrektorenkonferenz. Die hrk, die sich selbst als „Stimme der Hochschulen“ bezeichnet, traf sich zu ihrer Mitgliederversammlung. Der Presseerklärung der hrk zufolge haben die Hochschulen alles richtig gemacht und die Schuld liege allein bei den Ländern. Das sehen die demonstrierenden StudentInnen definitiv anders.

„Die Hochschulrektorenkonferenz treibt das Spiel der gegenseitigen Schuldzuweisung zwischen Bund, Ländern und Hochschulen weiter voran. Diese Schuldzuweisungen wurden schon in den letzten Wochen fälschlicher Weise als Verständnis für die Probleme der StudentInnen gedeutet “, erklärt Thomas Warnau, Mitglied im Vorstand des freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) und ergänzt: „Wenn die hrk die Schuld der missratenen Bologna-Reform so klar bei den Ländern sieht, wieso kommen die RektorInnen und HochschullehrerInnen dann nicht mit auf die Straße und zu den StudentInnen, um gemeinsam für ein besseres Bildungssystem zu kämpfen?“

„Die enorme Prüfungslast, Anwesenheitspflicht in fast allen Veranstaltungen, sowie falsche Workload-Angaben sind nicht durch Regelungen der Landesregierungen entstanden. Dies sind Punkte, die die Hochschulen umgehend ändern müssen, wenn Sie ernsthaft Verständnis für die Forderungen der StudentInnen haben“, erläutert Anja Gadow, ebenfalls Mitglied im Vorstand des studentischen Dachverbands. Weiter sagt Gadow: „Die Unterfinanzierung der Hochschulen durch die Landesregierungen stellt sicherlich ein Kernproblem dar. Auch hier gehen die HochschullehrerInnen auf Distanz und fordern lieber hohe Studiengebühren statt ausreichender Finanzierung aus öffentlicher Hand.“

„Wir brauchen endlich einen Richtungswechsel hin zu einer sozial gerechten Bildungspolitik. Investitionen im Bildungsbereich sind Investitionen in die Zukunft und kommen der gesamten Gesellschaft zu Gute. Dies lässt sich von Senkungen des Spitzensteuersatzes zur Entlastung Weniger sicher nicht behaupten!“, so Warnau abschließend.

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